Dienstag, 14. April 2015

Ich kann gar nicht glauben, dass ich die war, die all diese schrecklichen Dinge geschrieben hat. Dass ich die war, die so verzweifelt war. Das ist alles so weit weg, ich bin eine ganz andere Person.
Aber alles ist auch so viel besser.
Ich bin endlich frei und dieser Gedanke lässt mich vor Freude fast weinen.
Ich bin so froh, dass niemand mir mehr sagen kann, was ich zu tun habe. Wann ich zu Bett gehen soll. Für welchen Weg ich mich entscheiden soll. Verdammt, ich kann gehen, wohin ich will! Mein Leben steht mir offen und am Wegesrand bieten sich so viele Türen dar.
Ich bin so froh, dass ich mich nicht umgebracht habe. Ich bin so froh zu LEBEN!

Ich weiß, es hat sich angefühlt, als würde es nie vorbeigehen und allein die Erinnerung daran tut mehr weh als ich es ertragen kann. Doch ich würde mein Ich von vor zwei, drei, vier Jahren so gern an die Hand nehmen und ihm diesen Ausblick zeigen, dieses, mein Wunderland! Ich wünschte ich könnte in der Zeit zurückreisen und mir sagen, dass es alles so viel besser wird und dass die Zeit vergeht, ja, wirklich! Es ist vorbei, so bald vorbei. Schau auf deinen kleinen Timer, wenn du das ausgehalten hast, bist du frei, für immer frei! Du musst nicht weinen, du musst nicht traurig sein, es wird alles gut und wunderbar und so viel besser als du es dir jemals erträumt hast. Ich wünschte jemand hätte mir damals glaubhaft versichern können, dass dieser Zustand nicht für immer anhalten wird.
Denn dann hätte ich jetzt nicht all diese Narben, die noch immer da sind und lange, wenn nicht immer bleiben werden. Doch sie sind blass und kaum mehr als eine Erinnerung, eine sehr vage.
Ja, manchmal ist der Drang noch da und manchmal ist er übermächtig, und auch er wird wohl lange und vielleicht immer bleiben. Doch ich habe ihm lange, lange nicht mehr nachgegeben, schon zwei Jahre. Zwei Jahre, ist das nicht unglaublich?
Ich werde immer daran erinnert werden, wie es ist, sich zu fühlen, als gäbe es keinen Ausweg, aber ich werde auch immer wissen, dass ich einen Ausweg gefunden habe.
Ich glaubte, es sei vorbei. Doch nein, das war es nicht. Welch ein Glück.
Ich weiß nicht, wie ich klargekommen wäre ohne den wichtigsten Menschen in meinem Leben, der doch alles weiß und der für mich inzwischen ist wie ein dritter Arm (nur weniger seltsam).

Doch wie kann man nur so dumm sein und so naiv. Und wie kann man nur so falsch sein und so asozial und einfach krank.
Ich hoffe, sie wird weggesperrt und nicht mehr rausgelassen. Ich hoffe sie bringt sich um, weil niemand sie leiden kann. (Aber das ist ihr angeblich ja egal)
Ich hoffe, er lässt sich nicht mehr so an der Nase rumführen.

Ich hoffe ich werde ihn nie an der Nase rumführen.

Oh well, da hat sie also doch Erfolg gehabt mit ihren Verleumdungen, wenn ich es schon selbst befürchte.