Freitag, 21. August 2015

Jetzt gibt's hier sogar mal "richtige" Posts! Über komische Hobbys und so!

Hallo liebe vorhandene oder auch nicht vorhandene Leser und hallo zukünftiges Ich,
ich möchte hier mal mein kleines Projekt, das mich gerade unglaublich begeistert, verewigen, sodass ich (und evtl Andere) sich auch später (nach eventuellem Schiefgehen? D: Hoffentlich nicht!) noch anschauen können, wie das alles gelaufen ist.
Was es ist? Na, "Projekt Schneckenvase".
Eine Schneckenvase ist einfach nur eine Vase (oder ein Gurkenglas oder irgendein anderes Glasgefäß, in meinem Fall ein Goldfischglas) mit geringem Fassungsvermögen (hab schon welche mit 1,5l und weniger gesehen o.o Gibt aber auch große IKEA-Vasen mit 20l oder mehr. Mein Glas hat 7-8l, ich werde beim Einfüllen des Wassers mal nachmessen, wie viel nach Deko und Bepflanzung noch reinging), Bepflanzung, eventuell Deko, Wasserschnecken (ganz wichtig!) - meistens Turmdeckelschnecken, Blasenschnecken oder Posthornschnecken (werde auch PHS bekommen, in rosa und blau) -, bei größeren Vasen nach Geschmack auch Garnelen (ich befürchte, mein Glas ist dafür leider zu klein :< ) und, was besonders interessant ist, meistens ohne jegliche normale Aquarientechnik (wenn man von sporadischem Beleuchten mit einer Schreibtischlampe zwecks besserer Sichtbarkeit und etwas gefördertem Pflanzenwuchs absieht) wie Filter, Pumpe, Heizstab, etc.
(was für ein Satz)

Gestern hatte ich wieder mal einen meiner Recherche-Anfälle, nachdem ich kurz was darüber angelesen hatte, da ich kaum glauben konnte, dass solche kleinen Systeme wirklich funktionieren. Doch nach Recherche in diversen Foren zur Haltung von Wasserschnecken und Garnelen und allgemeinen Aquaristikforen scheint es mir, als seien diese Vasen häufiger als man denkt.. und als würden sie erstaunlich gut funktionieren, auch bei sehr kleinem Fassungsvermögen und das teilweise über Jahre(!!!!). Es wird sogar berichtet, dass größere Gurkengläser, die als Becken dienten, einfach verschraubt wurden und alles schön weiterlief - Mini-Ökosystem halt. Mir wird's bei meinem Gläschen allerdings lieber sein, wöchentlich die Hälfte des Wassers zu wechseln und den Schneckendreck zumindest teilweise zu entfernen. Natürlicher Filter gut und schön, aber komplett zumüllen muss es ja nicht.
Also, kann es funktionieren? Ja, unbedingt!
Was sollte man beachten? Nur genügsame Schnecken einsetzen (keine Renn- oder Geweihschnecken in so kleinen Gläsern, erst recht keine Apfelschnecken (wie ich las, sind die aber inzwischen eh verboten)), genügend Bewuchs, ausreichend, aber nicht zu viel Beleuchtung, möglichst keine extremen Temperaturschwankungen (kommt aber hier vor allem auf die Pflanzen an, den Schnecken macht das eher weniger aus, jedenfalls den TDS, BS und PHS), genügsame Pflanzen sind ebenfalls von Vorteil, mindestens eine eher schnell wachsende Pflanze wie Wasserpest sollte auch drin sein, um überschüssige Nährstoffe zu verbrauchen und das Algenwachstum auf ein gewünschtes Maß (zwecks Schneckenfutter) zu reduzieren. Die Schnecken sollte nicht überfüttert werden, dann kann sich nämlich a) ein ekliger, gammliger, fauliger Belag bilden und das "Becken" umkippen und b) können die Schnecken sich explosionsartig vermehren (TDS nicht, da sie lebendgebährend sind, aber die anderen schon!).
Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass man ein möglichst funktionierendes Mini-Ökosystem zu erschaffen versuchen sollte, damit man so wenig wie möglich eingreifen muss (manche Leute wechseln das Wasser auch nur einmal im Monat oder noch seltener). So ein kleines Ding ist halt viel anfälliger dafür, einfach umzukippen und sämtliche Pflanzen und Tierchen in den Tod zu reißen, als ein großes mit z.B. 200l. (So eins werd ich mir auch irgendwann zulegen, aber momentan fehlen mir dafür sowohl Platz als auch Geld.)
So, hab ich noch was vergessen? Ach ja, ab und zu umrühren soll wohl nicht schaden. Außerdem sollte man seine anderen Haustiere jetzt nicht seine Schnecken und Pflanzen futtern lassen, obwohl ich hörte, dass es bei Katzen, die die Vase als Trinkbrunnen nutzen, und PHS darin bei manchen erstaunlich gut funktioniert. Leider findet man aber eher wenige Langzeiterfahrungen, da die Leute dazu tendieren, einfach nicht mehr in den Foren zu posten. :D Und eine wirklich informative Seite zu dem Thema habe ich leider auch nicht gefunden, halt wie gesagt nur Forenthreads.

Lange Rede, kurzer Sinn (welch erschöpfend lange und mit viel zu viel spezifischem Wissen gefütterte Vorrede..): Ich habe beschlossen, mir eine Schneckenvase auf meiner Fensterbank einzurichten. Das Glas habe ich, wie oben beschrieben, schon, es fasst 7-8l, hat die typische Goldfischglasform und ist eigentlich viel größer, als ich es mir nach den Bildern auf Ebay Kleinanzeigen vorgestellt hatte. ^^
Hier ist das scharfe Teil, wie man sieht noch unbefüllt, an seinem zukünftigen Platz auf der Fensterbank in meinem Wohn-/Schlafzimmer. Klicken, um das Bild zu vergrößern und klarer zu sehen. ^^
So, da ich den wichtigsten Teil nun habe, leider aber kein "richtiges" Aquarium, aus dem ich mir Bodenbelag, Pflanzen und Wasser klauen könnte, wie die "Profis" es mit Vorliebe machen, wird morgen eingekauft in unserem örtlichen Fressnapf, der eine riesige und für einen Zoohandel sehr gut geführte Terraristik- und Aquaristik-Abteilung hat. (Nimmt den ganzen, ziemlich großen Keller ein, bei denen.. hab als Kind schon meinen Vater mit Vorliebe dorthin begleitet, wenn man wieder neue Fische anstanden.)
Habe momentan Folgendes auf meiner Einkaufsliste und hoffe, für alles nicht viel mehr als 25€ ausgeben zu müssen:
  • Schwarzer Aquarien-(Garnelen?-)Sand, falls dieser viel zu überteuert ist, feiner, dunkler Kies
  • Evtl. kleine Dekostücke wie Steine, Höhlen (die sind wohl eher zu teuer), vielleicht ein Stück Wurzel
  • Falls ich eine Wurzel finde, ein bisschen Javamoos zum Draufbinden
  • Billiges Fischfutter für den Anfang, bis sich genug Algen gebildet haben, um die Schnecken zu ernähren
  • Je nach verfügbaren Größen vielleicht eine kleine Mooskugel
  • Ein Stängelchen Wasserpest (das Zeug vermehrt sich.. nun.. wie die Pest halt, da braucht man nicht mehr)
  • Eine kleine Muschelblume (alternativ eine andere Schwimmpflanze oder im Notfall Wasserlinsen)
  • Ganz wichtig: Vallisneria nana, die Pflanze gefällt mir einfach supergut
  • Evtl. Argentinischer Froschlöffel und/oder grünes Pfennigkraut, hab die in verschiedenen Beckchen gesehen und sie machen sich da ganz gut
Werde morgen aber auch wieder einen Post machen, um meine Ausbeute festzuhalten. Bin etwas im Dokumentierwahn. (Glaube außerdem nicht, dass das Publikum meines Blogs, falls es das noch gibt, sich auch nur im Geringsten mit Aquaristik auskennt, ich meine, sogar ich habe ja nur Grundkenntnisse durch meinen Vater und mein kleines 54l-Becken damals.. also bei Desinteresse ignorieren.)

So, morgen wird dann also das Becken erstmal mit Bodengrund und Pflanzen (+ Deko) bestückt, vielleicht schleppe ich mir ja "aus Versehen" die eine oder andere Blasenschnecke ein. Übermorgen bekomme ich dann meine fünf hübschen Posthornschnecken (vier rosa, eine blau) und dann - ja, dann werden wir sehen, was die Zeit bringt!

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