Donnerstag, 9. Juni 2022

 Hallo, ich bin noch hier. Und wieder einmal hat mein Leben sich um 180° gedreht, wieder einmal ist alles anders als ich dachte. Das scheint so ein wiederkehrendes Thema zu sein. Wahrscheinlich wird es immer so sein. Na dann, dann wird es wenigstens nicht langweilig.


Es ist so verrückt - seit dem letzten Post sind zwei Beziehungen geendet und ich habe daraus mehr mitgenommen, als ich eigentlich wollte. Aber ich denke ich heile. Ich bin eigentlich sehr froh da, wo ich gerade bin. Ich hoffe, ich bleibe hier.

Sonntag, 3. Januar 2021

 Hey - bin ich dabei, die Beziehung meiner Eltern zu ihren Eltern zu kopieren?

Als die Eltern meines Vaters gestorben sind, war es ihm egal. Er hatte spätestens seit meiner Geburt keinen Kontakt mehr zu ihnen. Da war er 3,5 Jahre älter als ich jetzt. Das ist nicht so viel.

Und ich kann jetzt schon sehen, dass es darauf hinauslaufen wird. Ich weiß schon länger, wenn ich ein Kind habe, wird es meinen Vater nie kennenlernen. Das klingt so hart, aber mein zukünftiges Kind - auch wenn es das sicher nicht in 3,5 Jahren geben wird - muss von mir beschützt werden. Und wie könnte ich jemanden, der schon mir so viel angetan hat, Kontakt zu meinem zukünftigen Kind haben lassen.

Und meine Mutter.. ich weiß es nicht. Sie hatte wohl keine gute Beziehung zu ihrer Mutter. Ihr Vater brachte sich um, als sie noch ein Kind war. Ich glaube, meine Mutter ist sehr stark beschädigt worden und konnte sich nie davon erholen. Leider konnte sie mich nie beschützen. Im Gegenteil, auch sie hat mich unter andere Menschen gestellt. Menschen, von denen sie abhängig war, ist.. ich bin weniger wichtig. Und ich glaube sie nimmt mir übel, dass ich mich weigere, jemals abhängig zu sein.

Das ist so ein starker Charakterzug von mir. Ich muss unabhängig sein. Nicht ich will. Ich muss.


Und ich bin allein.. ganz allein. Aber wer wäre darauf vorbereitet wenn nicht ich. Es macht mich traurig und es macht, dass ich mich minderwertig fühle. 

Sie würden mich nicht abweisen, wenn ich zu ihnen kommen würde, ich bin auch sicher, dass sie mich lieben. Aber ich will mit dieser Familie nichts zu tun haben. Ich will davon frei sein. 

Die Therapeutin sagt, dass ich meine Gefühle abspalte, aus meinem anderen Leben. Aber was soll ich sonst tun? Bin ich dabei, auch meine Familie abzuspalten?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sie nicht liebe. Das ist schlimm, oder? Oder vielleicht kann ich keine Gefühle zu ihnen zulassen. Zu viele Enttäuschungen.

Ich wünsche mir nur, angenommen und akzeptiert zu werden. Eine Familie zu haben, die mir sagt, dass ich meinen Weg gehe und das toll ist.

Aber das tun sie ja auch.

Nur, sie sind mir zuwider. Ich bin womöglich schon zu weit weg und selbst schuld. Ich habe mich selbst in diese Lage gebracht, huh?


Ein paar Jahre lang sah es so aus, als könnte das alles in friedlicher Koexistenz enden. Ich glaube nicht.

Ich dachte, meine Mutter sei stolz auf mich, aber ich glaube, sie hat mich abgeschrieben. Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft wir im letzten halben Jahr Kontakt hatten. Sie redet nicht mehr mit mir. Und wenn sie nicht mit mir redet, gehe ich nicht auf sie zu. Mein Vergeben ist fragil. Vielleicht nehme ich es zurück.

Mein Vater ist schon seit 9 Jahren nicht mehr mein Vater. Jedes Gefühl, das ich je für ihn hatte, ist schon so lange zu Eis geworden. Nie wieder habe ich ihm gesagt, ich hätte ihn lieb. Auch nicht, wenn er es mir sagte. Ich hoffe, das ist ihm bewusst, aber ich glaube nicht. Ich glaube nicht, dass er weiß, dass ich nicht mehr sein Kind bin. Obwohl er es selbst so wollte. Obwohl er mich verstoßen hat - was für ein dramatisches Wort, aber das war es. Er hat mich zu "nicht mehr sein Kind" erklärt und das ist nun so. Ich hoffe, er wünscht sich, das nie getan zu haben. Aber ich glaube er merkt es nicht einmal. Er ist ein immens kluger und sehr, sehr dummer Mann. Mit einem sehr kleinen Leben. Er tut mir leid. Was für eine traurige Existenz. Die so viel Schaden angerichtet hat und Leben zerstört. Ich hoffe, er erlebt irgendwann eine Epiphanie, in der ihm das klar wird. Aber das wird er nicht. So ein dummer Mensch. Mit so einem kleinen Horizont.

Werde ich jetzt auch keine Mutter mehr haben?

Ich bin mir sehr sicher, dass ihr das klar ist. Ich weiß nicht, was mit ihr los ist. Bin ich wieder undankbar? So wie ich immer undankbar war? Sie hat mich nicht einmal gefragt, was mit mir los ist. Ich sie auch nicht. Es ist wohl sehr egoistisch zu denken, sie würden mir etwas schulden. Das tun sie nicht, denke ich. Ich wünschte nur, ich hätte Eltern. So wie andere Leute Eltern haben. Eltern, die sich um sie kümmern und die immer wieder auf sie zugehen, weil sie ihre Kinder lieben. Ich will doch nur Eltern haben, von denen ich weiß, dass sie alles für mich geradebiegen. Die ein Sicherheitsnetz sind. Die wissen wollen, wer ich bin. Meine Eltern wissen NICHTS über mich. Sie wissen nicht, wie mein Charakter ist, was mich beschäftigt, wer meine Freunde sind. Mein Vater weiß nicht einmal, dass ich seit fast einem Jahr einen Freund habe. Das geht ihn nichts an. Sie wissen nicht, dass ich über Philosophie nachdenke, dass ich ein eigener Mensch bin. Sie wissen nicht, dass ich ein Netz an Menschen habe, die ich kenne. Sie wissen nicht, wie ich meine Tage verbringe oder dass ich Depressionen habe. Sie wissen nicht, dass die Angststörung mich quält und lähmt. Sie wissen nicht, dass ich mit der Therapeutin über sie spreche. Sie verstehen nicht, dass meine Kindheit problematischer war, als ich es je wusste. Sie wissen nicht, dass sie mich nie mich selbst sein lassen haben. Sie wissen nicht, dass ich nicht an mich selbst glaube, weil sie mir nie gesagt haben, dass ich das könnte. Sie wissen nicht, dass sie jedes Selbstvertrauen in mir zerstört haben, weil sie mir immer sagten, dass ich ein Versager sei. Sie wissen nicht, dass ich ihnen noch immer glaube. Dass ich noch immer glaube, dass ich eines Tages abrutschen werde. Dass ich als Fixerin in der Gosse landen werde, wie mein Vater es mir prophezeit hat, als ich 12 oder so war. Oder 14. Ich weiß nicht mehr. Ich war ein stilles Kind und es ist klar, warum. Ich glaube noch immer nicht an mich selbst, denn nie gab mir jemand das Gefühl, genug zu sein. Und wenn man es mir heute sagt, kann ich es nicht glauben. Ich kann meinem Freund nicht glauben, wenn er mir sagt, dass er mich für großartig hält. Oder meiner besten Freundin, wenn sie mir sagt, dass sie meine innere Stärke bewundert. Oder der Therapeutin, wenn sie sagt, dass ich stark bin, weil ich mich selbst aus allem rausgezogen habe. Oder meinen Arbeitskollegen, wenn sie mir sagen, dass ich einen guten Job mache. Ich warte auf den Moment, an dem sie rausfinden, dass ich nichts bin.

Ich halte mich selbst für nichts und ich weiß nicht, wie ich da rauskommen soll. Und ich hasse es, dass das alles immer wieder auf meine Eltern zurückführt. Ich will nicht, dass ihr so viel Einfluss auf mich habt, auch nachdem ich euch verstoßen habe. Ihr habt kein Recht dazu! Ihr seid nicht, was mich definiert!

Donnerstag, 18. Juni 2020

Ich will lieber ignorieren, dass es dich gibt, als mich mit unserem Konflikt auseinandersetzen zu müssen. Das ist zu anstrengend für mich. Mein Körper hält das nicht aus. Weil das zu viel für meinen Kopf ist.

Sonntag, 7. Juni 2020

I'm nothing but a shell

Mittwoch, 15. April 2020

Mir ist gerade ein Gedanke gekommen..
Ich dachte immer, dass ich immer alleine leben würde. Es nervt mich unglaublich, andere Menschen um mich zu haben, in meinem safe space.

Ich weiß es nicht genau, aber ich habe irgendwie das Gefühl, als seien meine Tage des Alleine Lebens gezählt. Das heißt nicht, dass ich es jetzt sofort aufgebe. Aber ich denke, dass es absehbar ist, dass ich eines Tages mit jemandem zusammenleben werde. Mit meinem Freund wohl nicht so bald, da ist ja noch die Katze, gegen die er tödlich allergisch ist und ich plane, die noch an die 10 Jahre zu behalten. But who knows. Life is strange.

Mittwoch, 19. Februar 2020

Will ich eigentlich überhaupt Wissenschaftler werden? Kann ich das überhaupt? Bin ich stark genug dafür? Ausdauernd genug? Das ist alles echt hart.
Aber hey, das erste Mastersemester ist fast geschafft. Wenn ich alle Nachweise eingereicht habe, fehlt mir im Sommer nur noch ein Modul und eine mündliche Prüfung, bevor ich mich an die mündlichen Masterabschlussprüfungen machen kann.

Montag, 20. Januar 2020

I would like to cut myself open, just to see how much I'd bleed

Montag, 16. Dezember 2019

Es ist irgendwie schwierig, diese ganze lange Geschichte in sich zu haben. Die wird selektiv verschwiegen und ich tue so, als wäre alles immer ganz normal gewesen.
Ich wäre doch niemals diese ehrgeizige Person geworden, wenn das nicht alles so herausfordernd gewesen wäre. Aber wie erzählst du das? Wenn du jemanden kennenlernst und du willst etwas Banales erzählen, von deinen Hobbys. "Ich liebe kochen, das habe ich im Heim gelernt" - und bäm, Moodkiller.
Nur dazusitzen kann bereits das giveaway sein. Jetzt, im Winter, geht es ja. Aber im Sommer, im T-Shirt oder Kleid? Klar, die wenigsten Leute machen den Kopfsprung ins Fettnäpfchen (obwohl es auch die gibt!) und fragen "Hey, was ist mit deinen ganzen Narben?". Aber ich muss davon ausgehen, dass jeder sie bemerkt, immer. (Obwohl ich sie oft nicht mehr sehe) Ich kann nicht in die Köpfe der Leute schauen, aber sie werden sich ihren Teil denken. Ich wüsste so gerne, wie das wirkt, eine scheinbar sehr selbstbewusste Person, und dann diese Narben.

Es ist schwierig, wenn man jemanden kennenlernt, Stück für Stück diesen Berg an Altlast langsam zu offenbaren. Ich kann nichts für das alles und ich bin jetzt meilenweit entfernt davon, aber es ist ein Teil von mir. Meine Geschichte. Manchmal wäre es echt schön, einen Ratgeber dazu in die Hand gedrückt zu bekommen.
2019 war.. krass. So krass. Mein Selbstbewusstsein ist noch weiter gewachsen und man sagte mir, ich entwickele eine Art.. Charisma.
Ich durfte Lehrerfahrungen sammeln! Ich, eine einfache Masterstudentin.
Ich war in der Arktis. Ich.war.in.der.Arktis!
Ich habe einen Abschluss von der Uni! Ich habe eine 1,0 in meiner Bachelorarbeit bekommen! Ich!

Das kann doch alles nicht wahr sein.

Samstag, 5. Oktober 2019

Dieser Blog wird wahrscheinlich immer das sein, das mich zum Weinen bringt, denn er hält alle Gedanken bereit, die ich nicht ertragen konnte. Hier steht alles, was mir so weh getan hat, aufgeschrieben. Alle Gefühle, die zu groß für mich waren, habe ich hiergelassen.

Das hier zu lesen, bedeutet, meine geheimsten Gedanken zu kennen. Alles, was mir weh tut. Meine Selbstzweifel, aber auch die Dinge, an denen ich mich aufrichte.

Es ist doch verrückt, sich so verletzlich zu machen. Aber wünsche ich mir nicht heimlich nur jemanden, der dies liest und mich in den Arm nimmt? Ich wünsche mir, dass irgendwann irgendjemand mich vollkommen verstehen kann. Keine Ahnung, ob das je passieren wird. Ich sorge ja auch selbst dafür, indem ich nie wirklich alles erzähle.
Ich will es auch nicht mehr erzählen. Ich will nicht, dass das alles noch so einen großen Einfluss auf mich hat. Ich will eigentlich unabhängig sein. Nicht dieses Mädchen, dem das alles passiert ist. Schade nur, dass ich das nie sein werde. Ich bin vernarbt für immer, aber ich will mich nicht ansehen.
And now.. now you're just somebody I used to love.

Montag, 5. August 2019

Manchmal bin ich inzwischen kalt. Und kalt zu sein kann so viel einfacher sein, als sich für die Gefühle Anderer zu interessieren.

Ich will, dass ihr an mich denkt, wenn ich nicht mehr hier bin. Ich weiß, ihr werdet mich vermissen. Ich bin viel stärker als so viele von euch und daran sollt ihr euch erinnern.

Wisst ihr, was ich alles getan habe? Lest es doch selbst.
Hallo, kleines Mädchen.
Hallo, kleines Ich aus 2011.

Heute hast du deine Bachelorarbeit abgegeben. Du hast ein Studium beendet. Du bist seit 5 Jahren clean. (Und seit über einem Jahr nicht rückfällig, ich bin so stolz.) Du bist Naturwissenschaftler und Akademikerin. Du bist so stark und selbstbewusst. Menschen sagen dir, dass du ein Vorbild bist. Du bist vernetzt und dein Dekan grüßt dich auf dem Flur. Du leitest 13 Leute in deinem Nebenjob. Du wirst bald die Arktis sehen! Du bist so ein großes Mädchen.
Du nimmst dir, was du willst. Du schämst dich nicht mehr für dich selbst. Du hast einen Ort gefunden, an dem du nicht nur sein kannst, wer du willst; nein, du wirst dafür respektiert und bewundert. Du hast herausgefunden, wo die Reise deines Lebens hingehen soll. Du willst Professor werden.

Ich wünschte, ich könnte dir sagen, was aus dir werden wird. Ich wünschte, ich könnte dir das Leid ersparen. Du wirst dich nie wieder hassen! Du wirst nie wieder fremdbestimmt sein! Du wirst nie wieder abhängig sein! Vielleicht wirst du dir weh tun wollen, und wenn du nicht anders kannst, dann ist das in Ordnung. Aber du wirst darüber reden können. Und du wirst wissen, dass du das eigentlich nicht brauchst.

Du bist an einem Ort, an dem die Menschen interessiert, was du denkst. Nicht, wie du aussiehst. Du bist in deinem Utopia, das du dir gewünscht hast, seit du denken kannst. Tue alles, um für immer dort bleiben zu können.

Ich bin so stolz, dass du nie aufgegeben hast. Ich danke dir, dass du mich hierher gebracht hast.

Freitag, 25. Januar 2019

Oh Gott, ich liebe Frauen. Das sind die tollsten Lebewesen auf diesem Planeten. Oh wow.

Sonntag, 20. Januar 2019

Ich hatte ein mir von meinen Zweitis geschenktes Starkbier und kann mein Tagebuch nicht finden, darum muss ich mich wohl oder übel hier auslassen.

Ich liebe diese Frau, obwohl das rational gesehen vollkommener Blödsinn ist. Obwohl wir uns so oft nicht verstehen und verwirren und keine Zeit füreinander haben und nur verzweifeln.
Sie hat eine Art zu denken, die ich bei noch niemandem sonst gesehen habe. Ich bin so stolz auf sie, weil sie ihren Shit einfach durchzieht.
Und die kaputten Menschen finden sich doch immer, oder nicht?

Sonntag, 25. November 2018

Woman a sinner, girl a saint
lost forever, all in vain

Who would've guessed that

Freitag, 23. November 2018

Wenn ich ein Mann wäre, wäre ich total attraktiv. Ich meine, ich bin smart und sozial engagiert und dann würde auch niemand von mir erwarten, Make-Up zu tragen. Mind blown!

Montag, 19. November 2018

I just don't feel well. I need something to hold on to. I'm not as happy as I should be. Keep me safe, I can't keep myself anywhere.

Samstag, 29. September 2018

Wenn ein Zimmer den Charakter seines Bewohners spiegelte, so war dieses zweifelsohne eine wahre Goldgrube an Informationen. Zwar war nicht auf den ersten Blick zu erkennen, zu welchem Bild sich die Indizien zusammenfügen würden, doch waren sie schon für sich gesehen kurios genug.

Kaum zwei Möbelstücke im Raum passten zusammen, gemein war ihnen lediglich ihre Einfachheit und das Fehlen von Schnörkeln. Man hätte sie durchaus minimalistisch oder funktional nennen können. Doch waren sie ohnehin kaum zu sehen, verdeckt von Unmengen an Büchern, die kreuz und quer gestapelt, ordentlich aufgereiht oder einfach auf Sitzgelegenheiten verteilt lagen. Aber nicht nur Bücher waren überall verteilt, auch Schreibutensilien, Kleidung, verschiedene Skripte, Blöcke und Papiere mischten sich in das Chaos.

Inmitten dieser Welt aus Papier fanden sich einige Stücke, die so offensichtlich von der sonst allgegenwärtigen Handschrift des Bewohners abwichen, dass sie trotz ihrer Schlichtheit sofort ins Auge sprangen. Zwei kleine Aquarien mit undefinierbarem, grünen Inhalt standen auf einem niedrigen Regal, und in einem anderen stapelten sich durchsichtige Dosen, die bei näherem Hinsehen verschiedene Insekten, Spinnen und Schnecken beherbergten. Die Obsession des Bewohners mit Kuriositäten wurde noch deutlicher beim Blick auf die höheren Regale an den Wänden. Dort reihten sich stachelige Pflanzen neben Gläser, in denen tote Tiere und einzelne Organe schwammen, in Alkohol konserviert für die Ewigkeit. Mit leeren Augen starrten sie in den Raum, der doch auch so viel Leben versprühte.

Das Fensterbrett erstrahlte in sattem Grün, das von verschiedenen Pflanzen, die dort allen Raum einnahmen, herrührte. Auf den zweiten Blick zeigte sich, dass auch hier eine gewisse Eigenheit wütete – denn es handelte sich ausschließlich um fleischfressende Arten. Tatsächlich zeigten sie in diesem Raum die einzige Einheit, nämlich ihre perfekt aufeinander abgestimmten Töpfe, die, groß, klein, hoch, tief, doch alle von der exakt gleichen Farbe waren.

Eigentlich nahmen die Pflanzen auch nicht allen Platz auf der Fensterbank ein, ein schmaler Spalt war frei geblieben, dessen Funktion erst dann ersichtlich wurde, als eine kleine, schwarze Katze sich mit einem fast eleganten Satz dort niederließ. Ließ man daraufhin den Blick aufmerksamer durch das Zimmer wandern, zeigten sich dort mit einem Mal, weniger auffällig als das allgemeine Durcheinander, zahlreiche Katzenbetten, Spielzeuge, Decken und Kratzgelegenheiten.

Freitag, 27. Juli 2018

Manchmal gibt es schon Momente, die ich gerne mit jemandem teilen würde. Wünsche mir manchmal, jemanden neben mir zu haben, wenn das letzte Tageslicht ins Zimmer fällt.