Sonntag, 20. Mai 2012

Samstag, 19. Mai 2012; 23:36

Ich ersticke! Ich ersticke. Ich ersticke!
Gib mir Luft, Luft zum atmen!
Stop, stop, STOP! ICH BRAUCHE LUFT!

Hilfe.. Ich will mich ganz klein machen, mich zusammenrollen, mich in Fötusstellung unter der Bettdecke verkriechen. Bitte, mach, dass mich keiner sehen kann! Bitte, mach, dass sie mich in Ruhe lassen. Nur in Ruhe lassen.
Ich ersticke an nicht geweinten Tränen. Ich bin inzwischen so gut darin, sie zu verstecken. Sie kommen nur, wenn ich will, dass sie kommen. Und ansonsten werde ich nichts. Ein innerliches Vakuum. Gerade war ich unheimlich aufgewühlt. Jetzt bin ich leer. Einfach gar nichts.
Haben normale Menschen Gefühle? Ja, haben sie.
Sind sie jemals in diesem Zustand? Ich weiß nicht.
So fühle ich mich, wenn ich mich geschnitten habe, um die Gefühle loszuwerden.
Und manchmal tue ich es, damit sie wiederkommen.
Es macht mir Angst, leer zu sein.
Dann fühle ich mich, als hätte ich mich verloren. Als wär der Faden zu mir selbst gerissen. Als würde ich in mir treiben und ihn suchen. Oder nicht suchen. Aber treiben. Ja, ich treibe in mir und bin nicht da. Das ist meine kleine Welt unter der Bettdecke, wenn keine Bettdecke da ist, unter der ich mich verstecken kann. Dann verstecke ich mich in mir drin. Dann bin ich ein Baby. Nicht da. Nicht existent. Es gibt mich nicht. Da ist kein 'ich'. Es gibt kein 'ich'. Es versteckt sich.
Ich glaub, ich hab den Faden losgelassen. Ich bin versunken. Nicht ICH bin versunken. Das Ich, das ich mal war.
Ich habe Angst, dass ich mich nicht mehr wiederfinde. Mich in mir verliere.
Ich habe Angst, dass mein Ich aus meiner Reichweite treibt und ich es nicht mehr wieder zurückholen kann.

Ich glaube, man kann uns alle dazu bringen, zu vergessen. Zu vergessen und zu funktionieren. Ich bin dabei, mich zu vergessen. Alles zu vergessen. Ich könnte vergessen, wer ich bin. Aber ich funktioniere noch nicht.
O. ist mein letzter Halt zu mir selbst. Wenn sie ihn mir wegnehmen, vergesse ich. Dann bin ich für immer weg. Treibe hinaus und komme nie wieder.

Die Tränen sind über mich hinweggespült wie eine Welle. Haben mein komplettes, perfektes Nichts unter sich begraben.
Ich will nicht fühlen müssen, wie ich auseinander reiße! Es tut weh!
Ich möchte lieber wieder das beängstigende Nichts sein, bitte.

Und es ist wieder da. Und es ist besser als Tränen. Es ist besser, nichts zu sein, als schwach zu sein.


War das meine Seele? Gibt es sie doch? Habe ich sie verloren? Bin ich dabei, sie zu verlieren?

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