Sonntag, 3. Juni 2012

Mittwoch, 30. Mai 2012; 22:25 - Schaf im Wolfspelz

Alles, was ich will, ist durchdrehen. Endlich allen zeigen, wie kaputt ich bin. Mein Innerstes nach außen kehren.

Werden meine Schwestern auch so enden wie ich?
Das darf nicht sein. Ich will sie beschützen. Vor diesem ganzen Mist. Obwohl sie so entsetzlich dumm sind.
Wahrscheinlich ist es das Beste, wenn sie mich einfach nie wieder sehen. (Ich hab auch nicht wirklich das Bedürfnis danach. Ich will nur nicht, dass es ihnen irgendwann genauso scheiße geht wie mir jetzt.)
Ich bin die große Schwester. Ich sollte ein Vorbild sein. Bin ich auch. Aber ein schlechtes.

Ich hab heute von meiner Stiefcousine (Scha-la-la-la-lampe) erfahren, dass mein geliiiiebter Stiefpenner ihrem Vater (seinem Bruder) mitgeteilt hat, dass er sich mit 4 Personen, namentlich seiner Ehefrau (meiner geliiiebten² Mama), sich selbst, einem Zwilling und mir, im August zu seiner eigenen Stiefmutter begeben wird.
AHA. So krieg ich also mitgeteilt, was die mit mir vorhaben, ha ha ha ha ha :DDDD
(Fickt euch. Fickt euch mal so richtig fest ins Knie. Ich gehe mit euch NIRGENDWOHIN. Und schon gar nicht nach Bayern.)

Es ist doch nicht normal, dass ich jedem verdammten Mitglied meiner 'Familie' ein Messer in ein zentrales Körperteil stechen will, oder?

Wer sind diese Menschen? Zu denen gehöre ich? Das sind FREMDE. Die haben keinen Anspruch auf mich.
Wohin gehöre ich?

Ich muss es unterdrücken, laut loszuschluchzen. Die Wände sind dünn. Die Anderen sollen mich nicht weinen hören.

Ist das nicht traurig? Dass ich selbst keine Familie habe, bzw. dass ich mich 'meiner' Familie nicht zugehörig fühle?
Dass da kein Platz für mich ist.
Diese ganzen Schweine faseln einen davon, wie kalt ich doch wäre. Wie ich sagen könnte, dass es mir am Arsch vorbeigehen würde, wenn sie alle tot wären.
Ja, wie kann ich nur?!
Meine Mutter hat mich einfach irgendwann fallen gelassen.
Mein Vater und mein Stiefvater haben mich aktiv vertrieben.
Meine Schwestern freuen sich über die nun ungeteilte Aufmerksamkeit.
Und natürlich hält die Familie meines Vaters zu ihm. BLUT IST DICKER ALS WASSER. Blablablablabla. Ich glaub, ich hab ne Jahresdosis Aspirin intus, in meinem Fall ist Wasser nämlich eindeutig dicker als Blut.
Meine Mutter hat kaum Kontakt zu ihrer Familie, glaub ich. Aber als sie irgendwann mal mit ihrer Mutter telefoniert hat, hat sie ihr in den düstersten (im wahrsten Sinne des Wortes!) Farben geschildert, 'wozu ich geworden bin'.

Oh ja, ich hab das Gefühl, ich hab keine Familie.
Aber es ist doch ekelhaft.
Wie sie sich alle verpflichtet fühlen, zueinander zu halten.
WIDERLICH!
Eigentlich ist es doch gar nicht so schlimm, so an niemanden gebunden zu sein.
(Nein. Absolut nicht. Da ist kein Netz mehr im Abgrund. Ich stolpere einfach weiter an der Kante lang. Und wenn ich falle - IMMERHIN WIRD ES NIEMANDEN INTERESSIEREN!)

Es interessiert niemanden, dass ich hier sitze, von dieser Stimmung erfüllt, in der ich mich am liebsten aus dem Fenster stürzen würde. Es interessiert niemanden einen Scheißdreck.
Und wenn ich irgendwann sterbe, kein Schwein wird um mich weinen.
Und es hat auch niemand geweint, als ich innerlich gestorben bin.
Aber vielleicht hat es auch niemand außer mir gemerkt.
Ich bin anders geworden. Härter, hoffe ich. Schwächer, befürchte ich.

Ich glaube, es bedarf nur noch eines winzigen Schubsers, bis ich das Gleichgewicht verliere.

Will you catch me when I fall?

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